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Rundflüge über dem Hafen Palma

Palma, 01/10/2020

Frühmorgens macht sich Sergio Cantón auf den Weg in den Hafen Palma, um seiner unerlässlichen Instandhaltungstätigkeit nachzugehen. Er ist mitverantwortlich für die Pflege, Fütterung und Ausbildung der Falken und Wüstenbussarde, die über dem Hafen kreisen und Wildvögel wie Möwen, Tauben und Bachstelzen verscheuchen. Dieser Kontrolldienst ist extrem wichtig, da der korrosive Vogelkot die Hafenanlagen, Elektrosysteme und Boote beeinträchtigt. Und nicht nur das: Vogelkot kann über die Klimaanlagen auch Krankheiten verursachen und verbreiten.

Die im Hafengebiet herumfliegenden Falken verscheuchen die Möwen, aber es kommen immer neue, sodass diese Arbeit konstant sein muss.

Eine solche Vorgehensweise kennt man in erster Linie von den Flughäfen, wo Falkner dafür sorgen, dass die Vögel keine Flugzeuge behindern. Im Hafen Palma wurde diese Maßnahme vor mehr als einem Jahrzehnt eingeführt. Seitdem, so Sergio Cantón, hat man klare Ergebnisse erzielt: „Früher gab es Schlafstätten, an denen allein im Hafen Palma etwa 3.000 oder 4.000 Arten zusammenkamen. Dank dieser Praxis kann die Vogelpopulation besser kontrolliert werden.“

Jeder Falkner hat eine Gruppe von Vögeln – hauptsächlich Falken und Wüstenbussarde – in seiner Obhut und muss sie wiegen, füttern und auf mögliche Verhaltensschwankungen kontrollieren. Sobald die gesamte Ausrüstung an Ort und Stelle ist, erfolgen zwei Arten von Rundflügen: kontinuierliche Abschreckungsflüge und Flüge in einem bestimmten Konfliktgebiet, in dem ein Problem erkannt wird.

Die Vorgehensweise zeugt vom Vertrauen zwischen Ausbilder und Vogel, von der Nahrungszubereitung bis zur Flugkontrolle: „Jeder Vogel verhält sich anders“, erklärt Cantón. „Einige haben ein angeborenes Talent, aber es erfordert immer viel Training. In vielen Fällen hat der Falkner sogar die Geburt der Vögel miterlebt und begleitet sie ihr ganzes Leben lang: „Dabei baut man eine ganz besondere Beziehung zu ihnen auf. Die Jungtiere sind beim Fliegen ängstlich und mitunter sogar etwas ungeschickt. Nach und nach sieht man die Fortschritte in ihrer Ausbildung, und das ist eine sehr bereichernde Erfahrung.“

Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang besichtigt das Fachteam von Natura Parc die Poniente-Mole, die Handelsmolen und das Westdock, wo die Vogelflüge kontrolliert werden.

Wie der Falkner sagt, müssen jedoch alle bei der Kontrolle der Wildtiere mitwirken: „Schon ein schlecht verschlossener Tank kann Vögel ablocken, genau wie das Füttern der Möwen mit Brot von den Booten aus.“

Diese Tätigkeit ist einem Großteil der Bevölkerung nicht bekannt und zeigt in einer von der Technik geprägten Zeit, dass die einfachsten Lösungen langfristig die nachhaltigsten sind.

 
 

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